Unsere Fraktion hat einen Antrag eingebracht, um die Bergbau-Gedenkstele zur Schachtanlage Hannoversche Treue I an einen Ort zu versetzen, an dem sie im Alltag ihre erinnerungskulturelle Funktion tatsächlich erfüllen kann. Konkret beantragen wir, die Gedenkstele zum Grubenunglück 1960 zur Lore auf dem Marktplatz in Salzgitter-Bad umzusetzen.
Die Stele erinnert an 33 Bergleute, die am 19.07.1960 auf der Schachtanlage Hannoversche Treue I ihr Leben verloren haben. Derzeit steht sie auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage, welches heute vom Bauhof Süd und dem Stadtarchiv genutzt wird. Dieser Standort wird von Öffentlichkeit und Gästen kaum frequentiert, außerhalb der Dienstzeiten ist das Gelände nicht zugänglich.
Mit unserem Antrag soll die Stele in den Ortskern von Salzgitter-Bad verlegt werden, wo bereits die Lore und Bergmann-Figur an die Bergbaugeschichte erinnern. In unmittelbarer Nähe erklingt zudem vom Rathaus ein Glockenspiel mit dem Steiger Lied. Gleichzeitig halten wir es für sinnvoll, am bisherigen Standort eine Erinnerungstafel an der Außenwand des Stadtarchivs anzubringen. So bleibt auch der historische Ort selbst im Stadtbild markiert.
Historischer Hintergrund
Der Bergbau hat Salzgitter über lange Zeit entscheidend geprägt. Umso auffälliger ist, dass es heute nur noch wenige sichtbare Hinweise auf diese Tradition gibt.
Am 19.07.1960 kam es im Erzbergwerk Hannoversche Treue bei Salzgitter zu einem verheerenden Brand. Rund 200 Bergleute waren von Rauch eingeschlossen, gut 160 konnten sich noch selbst retten. Am Ende starben 33 Menschen.
Die Geschichte der Hannoverschen Treue reicht weit zurück. Erste Grubenfelder wurden bereits im 19. Jahrhundert erschlossen, und der Betrieb entwickelte sich über Jahrzehnte weiter, einschließlich Phasen von Tagebau und späterem Tiefbau. Nach dem Unglück von 1960 setzte der wirtschaftliche Abwärtstrend ein, bevor der Standort in den 1960er Jahren endgültig stillgelegt wurde.
So geht es weiter
Der Antrag wird in den zuständigen Gremien beraten und anschließend im Rat entschieden. Die abschließende Entscheidung ist für den Rat der Stadt Salzgitter am 15.04.2026 vorgesehen.